Mit einer neuen App wird der Krönungs-Zyklus in der ungarischen Botschaft entschlüsselt –
ab Oktober 2017 unter www.kroenungszyklus.at online!

1768 strömten zahlreiche Besucher in die Ungarische Hofkanzlei. Das Gebäude war erst kürzlich von Pacassi umgebaut worden, nun stellte man sechs großformatige Gemälde vor, die an die Krönung Maria Theresias zur Königin von Ungarn am 25. Juni 1741 erinnerten. Die Bilder wurden vom Hofmaler Franz Messmer, einem Schüler Martin van Meytens und seinem Kollegen Jacob Kohl geschaffen. Viele der Besucher im Jahre 1768 werden sich auf den Gemälden wieder erkannt haben – denn die meisten Mitglieder des Hofes Maria Theresias waren bei dem dargestellten Ereignis dabei gewesen.

Messmer und Pohl schufen eine spätbarocke Bildergeschichte. Es wurden nicht nur die wesentlichen Zeremonien und die prominenten Teilnehmer detailgetreu festgehalten, sondern auch viele nebensächliche Geschichten erzählt. Von Prügeleien um in die erste Reihe zu kommen bis hin zu abgedeckten Dächer für eine bessere Aussicht.

Die neue App zeigt den digitalisierten Krönungszyklus. Man kann damit tief in das Bild hineinzoomen und dabei kaum sichtbare Details erkennen. Doch der neue Ansatz der App ist die Interaktion zwischen Betrachter und Gemälde. Die App ermöglicht es, spannende Bereiche oder Personen im Gemälde hervorzuheben. So werden z.B. die wichtigsten Figuren gehighlightet, durch Anklicken erhält man Informationen – diese können aus Text, Bildern aber auch Audio- oder Video-Files bestehen – oder löst Aktionen wie automatisches Navigieren zu weiteren Hotspots im Bild aus.
Die App bietet auch Touren durch den Gemäldezyklus an. Man könnte zum Beispiel den Tag aus Sicht Maria Theresias erleben – oder ihren Gemahl Franz Stephan begleiten, der zu einem bloßen Zuschauer degradiert wurde und meist im Hintergrund der Szenen versteckt wurde.

Die neue App wurde von Günter Fuhrmann und Günter Remsak von cantat.com entwickelt und ist für Gemälde, Graphiken, Photographien oder Pläne einsetzbar. Die App ist HTML5 basiert und läuft auf jedem Device. Das Projekt zum interaktiven Krönungszyklus wurde gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt und der ungarischen Botschaft entwickelt und mit der österreichischen wie ungarischen Akademie der Wissenschaften abgestimmt.